Schützenscheiben als historisches Dokument
Erding, 23. September - Im Künstlerhaus am Stahlmuseum ist von Freitag, 25. September bis Sonntag, 1. November, die Ausstellung „Künstlerische Schützenscheiben – Quellen für Bürgergeschichte und Kunst“ zu sehen. Die Scheiben stammen überwiegend aus dem Bestand der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Erding, die heuer ihr (mindestens) 600-jähriges Bestehen feiert. Bereits in einer Schatzkammerrechnung aus Landshut aus dem Jahr 1426 werden die Erdinger Schützen in Bezug auf ein Vergleichsschießen zwischen niederbayerischen und oberbayerischen Städten erwähnt, so dass davon auszugehen ist, dass der Verein sogar noch älter ist.
Die älteste Schützenscheibe des Vereins stammt aus dem Jahr 1848. Bis heute sind unzählige Schützenscheiben zu verschiedensten Anlässen wie Anfangs- und Königsschießen, Weihnachtsschießen, Sebastianischießen oder Osterschießen entstanden. Sie sind geschaffen von namhaften, aber auch von unbekannten Künstlern, zeigen vielfältige Motive und sind bunt bemalt, mit Collagen gestaltet oder Fotografien beklebt. Immer sind sie mit informativer Kalligrafie in der Umschrift betitelt und datiert. Die Schützenscheiben sind wertvolle, visuelle Dokumente für Stadt- und Architekturgeschichte, bürgerliches Leben und Vereinshistorie; sie sind aber auch Quellen für Kostümkunde, Kunst- und Künstlergeschichte und nicht selten für gesellschaftskritische Satire. Neben vielen Stücken aus dem Vereinsbesitz werden auch Scheiben von privaten Besitzern gezeigt. Die Ausstellung ist täglich außer montags bei freiem Eintritt von 13 bis 17 Uhr zu sehen.
Die Ausstellung zeigt Schützenscheiben aus der großen Vergangenheit der Feuerschützen.
Zur Ausstellung zählt ein umfangreiches Begleitprogramm:
• Am Samstag, 26. September, findet ein etwa einstündiger (kostenfreier) Stadtspaziergang mit Feuerschützen-Mitglied Georg Bauernfeind zu historischen Orten des Vereins statt. Treffpunkt um 14 Uhr am Künstlerhaus.
• An den Mittwochen 30. September und 14. Oktober führt Mitglied Hubert Sandtner jeweils um 20 Uhr durch die Ausstellung und wirft dabei einen Blick auf Erdinger Vereins-, Bürger-, Stadt- und Kunstgeschichte. Eintritt: vier Euro.
• Am Freitag, 9. Oktober, können Interessierte selbst kreativ werden und auf rundem Malgrund Kunstwerke schaffen. Der Workshop dauert von 17 bis 20 Uhr, die Kosten betragen 20 Euro pro Person. Anmeldungen sind unter kuenstlerhaus@erding.de nötig.
• Am Montag, 12. Oktober, erläutert Georg Bauernfeind um 19.30 Uhr im Gasthaus Erdinger Weißbräu die Geschichte der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft und einzelner Schützenscheiben (Eintritt frei).