In Erding entsteht ein Zentraldepot für das Deutsche Museum
Erding, 20. März - Die Adresse könnte kaum besser passen: Zwischen Justus-von-Liebig-Straße und Marie-Curie-Straße in Erding-Aufhausen liegt das Grundstück, das mit seinen 20 000 Quadratmetern groß genug ist, um dort ein Zentraldepot für das Deutsche Museum zu bauen. Im September 2014 hatte das Museum das Gelände gekauft, doch bisher fehlten die Mittel, um es zu bebauen. Jetzt endlich wird der Traum der Museumsmacher wahr: Ab September 2026 wird ein Depot auf diesem Grundstück errichtet. Bis Ende 2028 soll es fertig sein.
Der Weg zur Finanzierung war lang und steinig – und führt jetzt endlich zum Erfolg.
Bei einem Pressetermin in Aufhausen präsentierten Generaldirektor Michael Decker und der Kaufmännische Direktor Henrik Häcker gemeinsam den Investor, der das Zentraldepot für das Museum planen, bauen, finanzieren und betreiben soll: Es ist die Georg Reisch GmbH & Co. KG, ein großes, mittelständisches Familienunternehmen aus Baden-Württemberg. Weil das Deutsche Museum die Baukosten nicht hätte aufbringen können, wählt man einen Umweg: Reisch baut für das Deutsche Museum das Depot und finanziert den Bau über den Kapitalmarkt. Finanzierungspartner von Reisch ist dabei die Bayerische Landesbank. Das Deutsche Museum zahlt dem Investor über 25 Jahre die Baukosten und die Finanzierungskosten ab.
Oberbürgermeister Max Gotz sagt: „Wir freuen uns sehr, dass das Deutsche Museum nun loslegt. Erding bekommt jetzt eine Rolle als der zentrale Ort des Museums, wo einmalige Kulturgüter bewahrt, erforscht und restauriert werden. Mit dem geplanten Zentraldepot eröffnen sich in unserer Stadt neue Perspektiven auch für Forscherinnen und Forscher. Baulich haben wir alle Wünsche des Deutschen Museums erfüllt.“
Wie jedes Museum hat auch das Deutsche Museum weit mehr Objekte, als es in seinen Ausstellungen zeigen kann. Etwa zehn Prozent der Sammlung sind ausgestellt, der Rest der Objekte liegt in Depots. Weil das Museum nie ein geeignetes eigenes Zentraldepot hatte, musste es Depotflächen anmieten – für Mietkosten von mehreren Millionen Euro pro Jahr. „Und das sind sogenannte Ewigkeitskosten – das heißt: Wir hätten diese Mieten bis in alle Ewigkeit zahlen müssen“, sagt Häcker. „Auf lange Sicht ist das Geld für ein Zentraldepot also richtig gut investiertes Geld.“
Visualisierung des Zentraldepots auf dem Gelände in Erding-Aufhausen.
Gebaut wird im ersten Abschnitt ein fünfgeschossiger Bau mit rund 14 000 Quadratmetern Lagerfläche – dazu kommen Funktionsflächen für Exponatanlieferung, Digitalisierung, Konservierung und Restaurierung mit mehr als 3200 Quadratmetern. Die Lagerfläche reicht zwar nicht aus, um dort alle Objekte des Museums unterzubringen, aber das Gebäude ist so geplant, dass ein bis zwei weitere Bauabschnitte – insgesamt ca. 28 000 Quadratmeter – später kostengünstig ergänzt werden können. In der Endausbaustufe hätte das Depot dann die 45 000 Quadratmeter Lagerfläche, die das Museum braucht. „Hier ist genug Platz, um die ganze Sammlung des Deutschen Museums aufnehmen zu können“, sagt Generaldirektor Decker. „Und das an einem Ort, der nicht allzu weit vom Museum selbst entfernt ist – ein wirklich großer Vorteil.“ Insgesamt kostet das Depot das Museum über die 25 Jahre hinweg 100 Millionen Euro – samt Betrieb und Finanzierung.