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Lies mal wieder (60)!

Haruki Murakami:
Kafka am Strand

Diese Mischung aus anrührender Liebesgeschichte und wildem Spektakel soll dem Literatur-Superstar aus Fernost erst jemand nachmachen! Es ist ein leiser, unaufdringlicher Roman, als der 15-jährige Kafka Tamura von zu Hause fortgeht, weil er sich vom Vater nicht geliebt fühlt und als kleines Kind von der Mutter verlassen wurde. Zuflucht findet der Jugendliche schließlich in einem ganz anderen Eck Japans, in einer Privatbibliothek, wo ihn der sehr freundliche, aber nur wenige Jahre ältere „Herr“ Oshima unter die Fittiche nimmt. Viele zarte Momente finden sich außerdem in zwei warmherzigen (jedoch tragischen) Liebesepisoden. Und total tröstlich wirkt das Buch, wenn sich der Trucker Hoshino um den knapp vor dem Rentenalter stehenden Satoru Nakata kümmert. Der nämlich verlor im Zweiten Weltkrieg bei einem unerklärlichen Phänomen das Bewusstsein, verharrte lange in einem komatösen Schlaf – und kann seitdem mit Katzen sprechen. Im Ernst?
Ja! Der Roman wechselt zwischen der realen und einer phantastischen Welt und entwickelt sich immer
dann zu einem Thriller. Zwei Männer sterben (vielleicht ist es auch derselbe), getötet im einen Fall unter Umständen vom jungen Kafka, im anderen vom alten Nakata; Kafkas Mutter erscheint (nicht so recht) auf der Bildfläche; einmal regnet es am helllichten Tag Fische; ein Stein spielt eine wichtige Rolle, weil er den Eingang zu der anderen Welt bildet. Nakata kann und muss ihn verschließen, während Kafka Tamura hin und zurück wechselt. Immerhin gibt es Happy Ends: Das magische Tor wird geschlossen, eine dämonische Macht zerstört und Kafka kehrt um viele Erkenntnisse reicher nach Tokio zurück. Alles hängt hier irgendwie mit allem zusammen. Wer nicht genau wissen will wie, wird das Buch lieben!

Steht als eines von sehr vielen Büchern in der Stadtbücherei, die aber doch nicht so zahlreich sind wie die Sandkörner am Meer.

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