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Stadtgeschichte

Landshuter Straße Erding im Lauf der Jahrhunderte Die Geschichte der Stadt Erding beginnt um das Jahr 500 auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Klettham. Bereits zu dieser frühen Zeit lässt sich hier eine Ansiedlung von Bajuwaren nachweisen. Im Lauf der Jahrhunderte entstehen in der Gegend die verschiedenen Ortschaften und Siedlungen – so wird Altham im Jahr 742 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt, Altenerding 788, Langengeisling 883 und Klettham um 930, bevor schließlich Herzog Ludwig der Kelheimer 1228 die Stadt Erding gründet. Der Wittelsbacher ist bemüht, sein Herrschaftsgebiet auszubauen und zu sichern, unter anderem mit der Anlage befestigter Städte. Rund 120 Jahre später, im Jahr 1347 folgt die erste Stadterweiterung um die Haagervorstadt. In dieser Zeit ist bereits die Getreideschranne bezeugt. Aufgrund ihrer überregionalen Bedeutung kommt die Stadt zu Wohlstand, denn nach München ist die Erdinger Schranne die zweitgrößte in Bayern. Trotz der Anlage von Befestigungsanlagen erleidet die Stadt in den kommenden Jahrhunderten ein wechselvolles Schicksal. Im Jahr 1503 zum Beispiel nimmt Herzog Albrecht IV. Erding im Landshuter Erbfolgekrieg ein. Ihre schwerste Zeit erlebt die Stadt jedoch im 30-jährigen Krieg (1618-48). Nicht nur, dass die Bürger immer wieder beträchtliche Kriegssteuern aufbringen müssen; 1632 dringen die Schweden bis nach Erding vor und nehmen die Stadt gewaltsam ein, 1634 fallen die Bürger einer Hinterlist kroatischer Truppen zum Opfer. Erneut sind Plünderungen die Folge. Das schlimmste Kriegsjahr erlebt die Stadt jedoch 1648, im Jahr des Westfälischen Friedens. Französische Truppen äschern die Stadt mit Ausnahme der Kirchen und einiger weniger Häuser fast vollständig ein. Und auch im 18. Jahrzehnt bleibt Erding nicht vom Unheil verschont: Nachdem 1741 Panduren und Kroaten der Stadt im österreichischen Erbfolgekrieg schweren Schaden zugefügt haben, breitet sich 1772 eine Typhus-Epidemie in der Stadt aus. Allerdings ist Erding zu dieser Zeit auch die zwölftgrößte Stadt in Bayern, zeitgenössische Autoren berichten, die Bürger lebten in einem nicht üppigen, „aber zur Verschönerung des Lebens hinlänglichen Wohlstand. Schrannenplatz Einen ersten gigantischen Aufschwung erlebt Erding in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ursachen sind die florierende Getreideschranne und das Loderergewerbe. Ausgerechnet die Anbindung der Stadt an das Eisenbahnnetz 1872 sorgt jedoch für einen schleichenden Niedergang der Schranne. Die beiden Weltkriege prägen auch in Erding die Stadtgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zwar führt die Errichtung des Fliegerhorstes 1935/36 zu einem Bevölkerungschub, amerikanische Angriffe im April 1945 haben jedoch die weitgehende Zerstörung des Stadtzentrums und des Militärflughafens zur Folge. Lange Zeile Den größten Einschnitt in die Nachkriegsgeschichte stellt für Erding die Gemeindegebietsreform des Jahres 1978 dar. Die Stadt wird mit den bis dahin eigenständigen Gemeinden Altenerding und Langengeisling zusammengelegt. 1992 nimmt dann der neue Münchner Flughafen im Erdinger Moos seinen Betrieb auf. Erding avanciert einmal mehr zum attraktiven Wirtschaftsstandort, die Bevölkerungszahl steigt noch einmal kräftig an. Heute leben in der Stadt knapp 34 000 Menschen.